Deutschland

Kommune Niederkaufungen

„Alles im Grünen Bereich!“

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Einleitung

Max ist Teil des Biobetriebs „Alles im Grünen Bereich“ in der Nähe von Kassel. Mit einem Bachelor of Engineering in Landschaftsplanung und mehrjähriger Erfahrung in einem Planungsbüro verbindet er fundiertes Fachwissen mit praktischer Landwirtschaft. Sein besonderer Fokus liegt auf Agroforstsystemen, die als regulierende Elemente im Landschaftswasserhaushalt wirken. Ein herausragendes Beispiel ist das Projekt „Kaufunger Baumacker“ , das er mit Unterstützung von Triebwerk konzipierte und realisierte. Max’ Engagement für die regenerative Landwirtschaft basiert auf seinem tiefen Interesse an nachhaltiger Flächennutzung, die Biodiversität fördert und die Bodengesundheit langfristig stärkt.

Der Hof

„Alles im grünen Bereich e.V.“ ist eine vielfältig aufgestellte und innovative Hofgemeinschaft, die rund 45 Hektar Land bewirtschaftet. Die Produktion umfasst zahlreiche Betriebszweige wie Getreideanbau, Gemüsebau, Milchviehhaltung, mobile Hühnerställe, Agroforstsysteme sowie Saatgutvermehrung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf regenerativen Bewirtschaftungsformen, insbesondere im Bereich Wassermanagement, pfluglosem Anbau und dem Einsatz von Keyline-Design. Darüber hinaus testet der Betrieb landwirtschaftliche Maschinen, die speziell für regenerative Methoden entwickelt wurden. Neben der praktischen Arbeit ist der Hof auch in mehrere Forschungsprojekte eingebunden und dient so als Plattform für angewandte Innovation im Bereich nachhaltiger Landwirtschaft.

Der Standort

Der Betrieb befindet sich östlich von Kassel in einer Tallage, umgeben vom Kaufunger Wald, einem der größeren zusammenhängenden Waldgebiete in Mitteldeutschland. Die Region ist Teil des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land, der für seine landschaftliche Schönheit und ökologische Bedeutung bekannt ist. Die Umgebung ist geprägt von einer hügeligen Mittelgebirgslandschaft mit gemäßigtem Klima, was vielfältige Bedingungen für unterschiedliche Formen der Landwirtschaft bietet. Der Standort stellt sowohl Herausforderungen als auch Chancen dar, insbesondere im Hinblick auf Wassermanagement und Bodenschutz, zwei zentrale Aspekte regenerativer Landnutzung.

Ziele der landwirtschaftlichen Regeneration

Ein zentrales Ziel des Agroforstprojekts war die Verbesserung des Wasserrückhalts und der Wasserverteilung in der Landschaft. Durch die Anwendung des Keyline-Designs, bei dem sich die Planung an den natürlichen Höhenlinien des Geländes orientiert, wurde das System so gestaltet, dass Niederschläge effizient genutzt werden können. In das Design wurden gezielt Gräben und flache Senken integriert, um Oberflächenabfluss zu verlangsamen, Versickerung zu fördern und Erosion zu reduzieren. Diese Maßnahmen stärken langfristig die Bodenfruchtbarkeit und sichern die Wasserverfügbarkeit für Bäume und Kulturen. Damit trägt der Betrieb zu Klimaanpassung, Hochwasserschutz und Trockenheitsvorsorge bei.

BestpracticeFokus

Es bestehen zwei Agroforst-Systeme in der Kommune Niederkaufungen. Eines davon ist schon älter und hat einen Fokus auf Obst und Wildobst. Das Ziel des zweiten Systems war, die Bodenerosion zu verringern und gleichzeitig die Wasserverfügbarkeit auf den Flächen zu verbessern. Dafür wurden Gehölzstreifen aus Pappeln durch kleine Mulden ergänzt.

Das Keyline-Design ist ein Planungsansatz, der sich an natürlichen Höhenlinien orientiert, um Wasser effizient über die Landschaft zu leiten und im Boden zu halten. Die Planung folgt dabei einem Prinzip, das Wasserfluss und Topografie in den Mittelpunkt stellt, um die Wasserversorgung im Anbausystem zu optimieren.

Durch die breite Ausrichtung der Kooperative standen bereits geeignete Gerätschaften zur Verfügung, was die Umsetzung erleichterte. Neben den Pappelstreifen gibt es auch einen Betriebszweig mit starkem Fokus auf Obstbäume, dieser lässt sich jedoch nur schwer mit dem Pappelsystem vergleichen. Die Pappeln benötigen nur sehr wenig Pflege: Es muss lediglich gelegentlich gehackt werden, und dann wachsen die Bäume weitgehend von selbst und freuen sich über Wasser.

Finanzielle Aspekte bei der Umsetzungregenerativer Maßnahmen – Herausforderungen

Von der ersten Idee bis zur Umsetzung vergingen rund drei Jahre. Ziel war es von Anfang an, eine öffentliche Förderung zu erhalten – denn Bodenschutz kommt nicht nur dem Betrieb, sondern auch der Allgemeinheit zugute. Die Suche nach Finanzierung stellte sich jedoch als langwierig heraus: Mehrere Förderanträge wurden abgelehnt, was fast zwei Jahre kostete. Der Anspruch war klar: Wer sinnvolle Maßnahmen umsetzt, sollte dafür auch Unterstützung bekommen. Erst mit der Daniel Schlegel Umweltstiftung und TRIEBWERK konnten passende Partner gefunden werden, die die Umsetzung finanziell und planerisch möglich machten.

Vorteile und Nachteile der pfluglosen Bewirtschaftung und des Zwischenfruchtanbaus

Umweltschutz: Weniger Erosion und mehr Wasserverfügbarkeit.

Mehr ökologische Vielfalt: Ein Pappelstreifen als Dauerkultur bietet deutlich mehr Wert für die Biodiversität als eine reine Ackermonokultur, insbesondere durch die entstehenden Randlinien-Effekte.

Resilienz in der Klimakrise: Starkregenereignisse stellen für Getreide ein Problem dar, nicht aber für die Pappel. Sie wächst unter solchen Bedingungen sogar besonders stark. Mit der Pappel haben wir nun eine Systemkomponente, die hervorragend mit Wetterextremen umgehen kann.

Ökonomische Aspekte: Es muss ein völlig neues Standbein aufgebaut werden. Die Möglichkeiten der Verwertung sind noch nicht abschließend geklärt, und es stehen neue Investitionen an.

Planungsaufwand: Die zeitintensive Planung und langwierige Fördermittelakquise erforderten viel Geduld und Durchhaltevermögen.

Lerninhalte

Es bestehen zwei Agroforst-Systeme in der Kommune Niederkaufungen. Eines davon ist schon älter und hat einen Fokus auf Obst und Wildobst. Das Ziel des zweiten Systems war, die Bodenerosion zu verringern und gleichzeitig die Wasserverfügbarkeit auf den Flächen zu verbessern. Dafür wurden Gehölzstreifen aus Pappeln durch kleine Mulden ergänzt.

Das Keyline-Design ist ein Planungsansatz, der sich an natürlichen Höhenlinien orientiert, um Wasser effizient über die Landschaft zu leiten und im Boden zu halten. Die Planung folgt dabei einem Prinzip, das Wasserfluss und Topografie in den Mittelpunkt stellt, um die Wasserversorgung im Anbausystem zu optimieren.

Durch die breite Ausrichtung der Kooperative standen bereits geeignete Gerätschaften zur Verfügung, was die Umsetzung erleichterte. Neben den Pappelstreifen gibt es auch einen Betriebszweig mit starkem Fokus auf Obstbäume, dieser lässt sich jedoch nur schwer mit dem Pappelsystem vergleichen. Die Pappeln benötigen nur sehr wenig Pflege: Es muss lediglich gelegentlich gehackt werden, und dann wachsen die Bäume weitgehend von selbst und freuen sich über Wasser.

Quellen / Literaturverzeichnis

Kontaktdaten

Adresse
Alles im Grünen Bereich e.V. Kirchweg 1 34260 Kaufungen