Deutschland

Antonihof

„Grünland ohne Grasfresser ist wie Moor ohne Wasser. “

Mob Grazing, Holistic Management, Holistisches Weidemanagement, Bodenregeneration, Humus, Wasserrückhalt, Trockenheitsvorsorge

Einleitung

Christoph Trütken, Dipl.Ing. Agrarwissenschaften und Birgit Strohmeier, Dipl.Ing. Agrarwirtschaft bringen gemeinsam über 30 Jahre Erfahrung in der Biolandwirtschaft mit und verfolgen einen tierzentrierten, nachhaltigen Ansatz der Landnutzung, wobei das Wohl ihrer Tiere stets an erster Stelle steht.

Christoph Trütken ist verantwortlich für die Rinderhaltung auf dem Antonihof. Der von ihm selbst gestaltete Rinderstall erhielt den Landestierschutzpreis. Die Beweidung auf dem Hof folgt den Prinzipien des holistischen Managements, mit regelmäßigen Rotationen, um Humus aufzubauen und die Grasnarbe vor Übernutzung zu schützen, sodass das Land fruchtbar bleibt.

Birgit Strohmeier leitet den Hofladen, die Abokisten, das Catering und die Bildungsaktivitäten. Sie ist zudem leidenschaftlich daran interessiert, Kindern und Jugendlichen die biologische Landwirtschaft näherzubringen, insbesondere durch Hofführungen.

Der Hof

Der Antonihof ist auf Milchviehhaltung, Rinderzucht, Legehennen und Brüderhühnermast spezialisiert. Der Hof beherbergt 45 Rinder, 310 Legehennen und bewirtschaftet 20 Hektar Ackerland. In den Weideflächen wurden Bäume gepflanzt, die Schatten spenden und den landwirtschaftlichen Betrieb widerstandsfähiger gegenüber den klimatischen Herausforderungen machen, gleichzeitig aber auch die Tiergesundheit fördern. Dieser Agroforstansatz unterstützt nicht nur das Tierwohl, sondern fördert auch die Kohlenstoffspeicherung und stärkt die Biodiversität, was zur langfristigen ökologischen Nachhaltigkeit beiträgt.

Der Standort

Der Antonihof liegt auf der Baar, einer Hochmulde zwischen dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb auf etwa 700 Metern Höhe. Durch diese Lage kommt es auf dem Hof zu sehr kalten Temperaturen in klaren Nächten, die oft bis weit ins Frühjahr anhalten.

Ziele der landwirtschaftlichen Regeneration

Am Antonihof stehen die zentralen Ziele der landwirtschaftlichen Regeneration in der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, der Förderung der Biodiversität und der Steigerung der Resilienz des Betriebs gegenüber klimatischen Herausforderungen. Das holistische Weidemanagement bildet das Rückgrat dieser Bemühungen, bei denen Milchkühe und Ammenkühe regelmäßig umgetrieben werden, um den Humusaufbau zu fördern und die Weide vor Übernutzung zu schützen. Diese Methode verbessert die Wasserinfiltration und -speicherung, was besonders in trockenen Perioden von Vorteil ist.

Zudem wurden Bäume auf den Weideflächen gepflanzt, die nicht nur Schatten spenden und das Tierwohl fördern, sondern auch zur Kohlenstoffspeicherung beitragen und die Biodiversität stärken, indem sie neue Lebensräume schaffen. Durch die Integration von Agroforstwirtschaft und regenerativen Landwirtschaftspraktiken verfolgt der Antonihof das Ziel, ein nachhaltiges, widerstandsfähiges Landwirtschaftssystem zu etablieren, das sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Aspekte stärkt und gleichzeitig das Wohl der Tiere in den Vordergrund stellt.

BestpracticeFokus

Das Ziel des holistischen Weidemanagements ist es durch naturnahe Beweidung, die den Kreisläufen in der Natur nachempfunden ist, den Humusaufbau zu fördern und so widerstandsfähige Ökosysteme und nachhaltige landwirtschaftliche Produktion zu ermöglichen. Konkret verbessert es die Bodenstruktur und erhöht die Wasserinfiltration, besonders während Trockenperioden. Der enge Kontakt zwischen Mensch und Tier fördert das Tierwohl. Am Antonihof wendet Christoph das Weidemanagement sowohl auf Grünland als auch auf Ackerland an. Eine ausreichende Futterverfügbarkeit und die Anpassung der Rastzeiten an die Wachstumsdynamik des Grases sind entscheidend. Die Milchkühe werden täglich umgetrieben, während die Ammenkühe bis zu fünfmal täglich bewegt werden.

Das System wird kontinuierlich angepasst, wobei mehrere Koppeln genutzt werden und auf die Futtermenge geachtet wird. Die Ruhezeit beträgt im Mai 21 Tage, später im Jahr 42 Tage, mit zusätzlicher Fütterung, wenn nötig.

Finanzielle Aspekte bei der Umsetzungregenerativer Maßnahmen – Herausforderungen

Zu Beginn geht durch Mob-Grazing ein erheblicher Teil des Futters verloren, was jedoch potenziell der Bodenfruchtbarkeit zugutekommen kann. Bei Mutterkühen stellt dies weniger ein Problem dar, da weniger Energie im Futter benötigt wird. Bei Milchvieh hingegen stellt dies eine größere Herausforderung dar.

Zusätzlich sind die Kosten für Materialien (z.B. mobile Tränken, Zaun) und Arbeitskräfte deutlich höher, da Mob Grazing eine intensivere Bewirtschaftung und mehr Ressourcen erfordert als konventionelle Methoden.

Vorteile und Nachteile der pfluglosen Bewirtschaftung und des Zwischenfruchtanbaus

Deutlich bessere Wasserinfiltration

Erhöhter Humusaufbau

Starke Mensch-Tier-Beziehung durch häufige Rotation. Tiere sind leicht zu handhaben und können stressfrei umgestellt werden. Regelmäßige Kontrollen und Beobachtungen ermöglichen eine frühzeitige Reaktion bei gesundheitlichen Problemen.

Weniger Futter verfügbar, was zu geringerer Leistung führen kann, wenn die Rastzeit beim Mob-Grazing zu lang ist.

Höhere Materialkosten für Zäune, mobile Tränken und vor allem für den erhöhten Arbeitsaufwand.

Lerninhalte

Das Ziel des holistischen Weidemanagements ist es durch naturnahe Beweidung, die den Kreisläufen in der Natur nachempfunden ist, den Humusaufbau zu fördern und so widerstandsfähige Ökosysteme und nachhaltige landwirtschaftliche Produktion zu ermöglichen. Konkret verbessert es die Bodenstruktur und erhöht die Wasserinfiltration, besonders während Trockenperioden. Der enge Kontakt zwischen Mensch und Tier fördert das Tierwohl. Am Antonihof wendet Christoph das Weidemanagement sowohl auf Grünland als auch auf Ackerland an. Eine ausreichende Futterverfügbarkeit und die Anpassung der Rastzeiten an die Wachstumsdynamik des Grases sind entscheidend. Die Milchkühe werden täglich umgetrieben, während die Ammenkühe bis zu fünfmal täglich bewegt werden.

Das System wird kontinuierlich angepasst, wobei mehrere Koppeln genutzt werden und auf die Futtermenge geachtet wird. Die Ruhezeit beträgt im Mai 21 Tage, später im Jahr 42 Tage, mit zusätzlicher Fütterung, wenn nötig.

Quellen / Literaturverzeichnis

  • Alan Savory
  • Gabe Brown
  • Anita Idel: Die Kuh ist kein Klimakiller

Kontaktdaten

Adresse
Aussiedlerhöfe 6 78073 Bad Dürrheim
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07726/9295570