Spanien

Poultree

„Immer in Bewegung!“

Diese nachhaltige Geflügelhaltungsmethode gehört zur Makrokategorie Nachhaltigkeit, innerhalb der Kategorie Ethische Tierhaltung und Ressourcenmanagement, mit folgenden Maßnahmen:

Tierwohl, nachhaltiges Geflügelmanagement, umweltfreundliches Futter, Förderung der Biodiversität, Abfallvermeidung, nachhaltige Landwirtschaftsmethoden, ethische Lebensmittelproduktion, Reduktion der Umweltauswirkungen

Einleitung

José Luis García de Castro ist Tierarzt und Eigentümer des regenerativen Betriebs Poultree, gelegen in Villanueva de la Vera, in der Region La Vera im Norden der Extremadura (Provinz Cáceres). Der Betrieb ist auf die Produktion von Weidehühnern – eine alternative Form der extensiven Geflügelhaltung – und 100% weidegefüttertem Rindfleisch spezialisiert. Die Produkte werden direkt in Spanien und Portugal verkauft.

Das Ziel des Betriebs ist es, Produktionssysteme zu gestalten, die folgende Punkte miteinander verbinden:

  1. Verbesserung der Lebensqualität der Tiere als zentrales Element
  2. Regeneration der Bodenbiologie. Bei Poultree ist man überzeugt, dass gut geführte Tierhaltung ein zentrales Werkzeug zur Wiederherstellung der Bodengesundheit sein kann
  3. The restoration of national farmers to regenerative grain production.

Der Hof

Die Hühner bei Poultree werden in mobilen Ställen mit Freilauf gehalten, die alle drei Tage umgesetzt werden. Durch diese Bewegung haben die Tiere ständig Zugang zu frischem Gras, was ihren Futterkonsum fördert und die Qualität des Fleisches verbessert. Der Betrieb betont, dass nicht das Grasen an sich entscheidend ist: „Damit die Hühner den Boden nicht schädigen und immer frisches Grün zur Verfügung haben, müssen sie in mobilen Ställen gehalten werden, die regelmäßig versetzt werden. Bleibt der Stall stehen, regeneriert sich der Boden nicht. Tiere in der Natur bleiben nie lange an einem Ort – nur durch Bewegung kann dieser Effekt erreicht werden. “

Der Standort

Der Betrieb liegt in Villanueva de la Vera, in der Region La Vera im Norden von Extremadura (Cáceres) und ist ein Beispiel für nachhaltige Landwirtschaft, die sich auf die Wiederherstellung von Boden- und Ökosystemgesundheit konzentriert. Es werden Methoden der rotierenden Weideführung und regenerativen Landwirtschaft eingesetzt, um die lokale Biodiversität zu fördern, die Wasserspeicherung im Boden zu verbessern und die regenerative Entwicklung einheimischer Pflanzenarten zu unterstützen. Die Tiere werden ganzheitlich betreut, ihr Wohlbefinden steht im Vordergrund, gleichzeitig wird das natürliche Gleichgewicht gefördert. Auf dem Hof werden auch ökologische Kulturen angebaut, die ohne synthetische Mittel in den Naturkreislauf eingebunden sind. Ziel ist ein nachhaltiges Landwirtschaftsmodell, das die Umwelt achtet und zur Bekämpfung des Klimawandels beiträgt.

Ziele der landwirtschaftlichen Regeneration

Das Hauptziel besteht darin, die Bodengesundheit durch regenerative Tierhaltung zu verbessern. Durch ständige Weideführung gelingt es, große Mengen an atmosphärischem Kohlenstoff im Boden zu binden, durch die erhöhte Zufuhr organischer Substanz und verstärktes Graswachstum. Durch die Zusammenarbeit mit regionalen Getreideproduzent*innen wird der CO₂- Fußabdruck beim Transport des Futters reduziert. Zusätzlich werden keine externen Licht- oder Wärmequellen (außer in den ersten 2–3 Lebenswochen) eingesetzt, was den Energieverbrauch senkt. Da die Tiere in einer entspannten, natürlichen Umgebung leben und sich ständig bewegen, benötigen sie keine Antibiotika oder antiparasitären Behandlungen. Ihre Immunsysteme funktionieren zuverlässig, sie entwickeln keine Resistenzen, und es gelangen keine Medikamentenrückstände in die Umwelt. Zudem setzt der Betrieb auf plastikfreie und kartonreduzierte Liefermethoden, zum Beispiel erfolgt die Auslieferung in Madrid persönlich durch Fahrer, ohne zusätzliche Verpackung.

BestpracticeFokus

Das Konzept des Holistischen Managements basiert auf einer neuen Form der Beweidung, bei der die Tiere nicht länger als 3 Tage auf einer Fläche bleiben. Anschließend ruht der Boden für längere Zeit, sodass sich die Gräser regenerieren und nachwachsen können. Ziel ist es, natürliche biologische Kreisläufe nachzuahmen, wie sie in allen natürlichen Graslandschaften vorkommen. So wird das gesamte Ökosystem aktiviert und kommt allen Arten zugute.

Die Produktion von „Weidefleisch“ nach diesem Prinzip hat weltweit bewiesen, dass sie nicht nur das Tierwohl und die Produktqualität verbessert, sondern auch ökologische Vorteile bringt wie etwa die Wiederherstellung der Bodenstruktur, der Erhöhung der Wasserspeicherfähigkeit und der Bindung von Kohlenstoff.

Finanzielle Aspekte bei der Umsetzungregenerativer Maßnahmen – Herausforderungen

Es gibt derzeit nicht genug Angebot, um die steigende Nachfrage nach Weidehühnern zu decken. Da es sich um ein neues und noch wenig standardisiertes Modell handelt, probiert der Betrieb aktuell viele verschiedene Dinge aus, um den Produktionsprozess zu optimieren. Sobald ein nachhaltiges und effizientes System etabliert ist, kann die Produktion erhöht und nahezu die gesamte Erzeugung verkauft werden, während die Produktionskosten gedeckt werden. Die Marktnachfrage ist vorhanden, das Potenzial groß, doch die Herausforderung liegt in der Standardisierung und Skalierung.

Vorteile und Nachteile der pfluglosen Bewirtschaftung und des Zwischenfruchtanbaus

Verbesserung der Bodengesundheit: Regenerative Tierhaltung fördert fruchtbare, strukturstabile Böden mit höherer Wasserhaltefähigkeit und biologischer Vielfalt.

Reduktion von CO₂-Emissionen: Durch rotierende Weideführung kann Kohlenstoff im Boden gebunden werden und der Klimawandel aktiv bekämpft.

Tierwohl: Ganzheitliche Tierhaltung sorgt für natürliche, gesunde Lebensbedingungen und verbessert die Lebensqualität der Tiere.

Nicht standardisiertes Modell: Der Betrieb benötigt ausreichend Land und angepasste Prozesse, um die Weideführung umzusetzen.

Langsame Wirkung: Ergebnisse wie verbesserte Böden oder mehr Biodiversität zeigen sich oft erst nach Jahren.

Wirtschaftliche Einstiegshürden: Anfangsinvestitionen sind hoch und die Kapitalrendite kommt langsamer als bei konventionellen Systemen.

Lerninhalte

Das Konzept des Holistischen Managements basiert auf einer neuen Form der Beweidung, bei der die Tiere nicht länger als 3 Tage auf einer Fläche bleiben. Anschließend ruht der Boden für längere Zeit, sodass sich die Gräser regenerieren und nachwachsen können. Ziel ist es, natürliche biologische Kreisläufe nachzuahmen, wie sie in allen natürlichen Graslandschaften vorkommen. So wird das gesamte Ökosystem aktiviert und kommt allen Arten zugute.

Die Produktion von „Weidefleisch“ nach diesem Prinzip hat weltweit bewiesen, dass sie nicht nur das Tierwohl und die Produktqualität verbessert, sondern auch ökologische Vorteile bringt wie etwa die Wiederherstellung der Bodenstruktur, der Erhöhung der Wasserspeicherfähigkeit und der Bindung von Kohlenstoff.