Italien

Quintosapore

„Humus = Human: Alles ist verbunden. Die Erde nährt den Menschen, der Mensch schützt die Natur.“

Diese Methode der regenerativen Landwirtschaft fällt unter die Makro-Kategorie „Bodenstruktur“ in der Kategorie „Agroforstwirtschaft“ mit folgender Unterkategorisierung: „Baumkulturen“.

Baumkulturen, Agroforstwirtschaft, Nachhaltigkeit, Bodenverbesserung, Mischkulturen, Bodenfruchtbarkeit, Klimaresilienz, Biodiversität, Integration von Bäumen und aneren Kulturen, nachhaltiges Ressourcenmanagement, PaulowniaBäume

Einleitung

Quintosapore ist ein Familienbetrieb, geführt von den Zwillingsbrüdern Nic und Ale, gelegen in der schönen Landschaft Umbriens, in Città della Pieve. Quintosapore ist Teil eines innovativen Agrarprojekts, bei dem moderne und nachhaltige Methoden verbunden werden, um umweltfreundliche Produkte und besondere Erlebnisse zu schaffen.

Nic und Ale träumten immer davon, gemeinsam Bauern zu sein, und als sie Quintosapore 2019 gründeten, wählten sie einen fachübergreifenden Ansatz, inspiriert von Biomimikry. Ihr Fokus liegt auf dem Verstehen und Beobachten des Bodens und des Lebens, das er hervorbringt – vom Samen bis zur Ernte – im Einklang mit der Natur.

Im Zentrum des Betriebs steht eine Gemeinschaft, die mit Umwelt und sozialer Gerechtigkeit verbunden ist. Sie besteht aus jungen Landwirten mit direktem Bezug zur Natur. Das Konzept ist einfach, aber effektiv: die Verbindung alter Bauernweisheiten mit neuen Innovationen – für einen ganzheitlichen Ansatz in der Landwirtschaft.

Der Hof

Quintosapore umfasst 33 Hektar. Ihr Hauptziel ist es, den Boden und das Leben, das er trägt, vom Samen bis zur Ernte zu verstehen und ihm zuzuhören. Dafür kombinieren sie regenerative, biodynamische und biologische Prinzipien mit innovativen Technologien wie Agroforstwirtschaft, effektiven Mikroorganismen und Biokohle. Besonders an Quintosapore ist auch der Einsatz von Quantenphysik – Pflanzen senden Schwingungen aus, die ihre Umgebung beeinflussen, denn in der Natur ist alles verbunden.

Ihr Ziel ist es, ein stabiles Anbausystem zu schaffen, das dem Klimawandel standhält, und zu zeigen, dass eine andere Form der Landwirtschaft nicht nur möglich ist, sondern auch weit über die Vorstellungskraft hinaus gedeihen kann.

Biomimikry-Landwirtschaft bedeutet, natürliche Prozesse und Systeme nachzuahmen und in landwirtschaftliche Umgebungen zu integrieren – inspiriert von der Effizienz und Nachhaltigkeit der Natur. Ihre limitierten „Soil to Jar“-Produkte werden im Farm Kitchen Lab ausschließlich aus zertifiziertem Bio-Gemüse der Saison verarbeitet.

Der Standort

Der landwirtschaftliche Betrieb Quintosapore liegt in der Nähe von Città della Pieve, einem charmanten mittelalterlichen Dorf in Umbrien. Die umliegende Landschaft ist geprägt von sanften Hügeln, üppigen Wäldern und großen bewirtschafteten Feldern und bietet ein Panorama, das typisch für das ländliche Umbrien ist. Von hier aus kann man eine Vielzahl von Erhebungen bewundern: im Süden den Monte Cimino, im Südosten den Monte Peglia und die Sibillinischen Berge, im Osten den Montarale, das Nestore-Tal und den Monte Subasio, im Norden die Hügel rund um den Trasimenischen See und im Westen den Monte Cetona und den Monte Amiata. Nur wenige Kilometer entfernt befinden sich Städte wie Orvieto, Monteleone d’Orvieto, Perugia und weitere mittelalterliche Dörfer, die typisch für die umbrische Region sind.

Ziele der landwirtschaftlichen Regeneration

Bei Quintosapore wird versucht, die Vielfalt natürlicher Ökosysteme nachzubilden, um widerstandsfähige und ausgeglichene landwirtschaftliche Umgebungen zu schaffen, die sich an den Klimawandel anpassen können.

Dieser Ansatz beseitigt die Abhängigkeit von chemischen Mitteln, fördert biologische und regenerative Anbaumethoden und zielt darauf ab, Erträge zu steigern und gleichzeitig die Bodengesundheit zu erhalten. Eine der angewandten Methoden bei Quintosapore ist die Agroforstwirtschaft durch die Verwendung der Pflanze „Paulonia tormentosa“ , einem schnell wachsenden Strauch (bis zu 6 Meter pro Jahr), der mit seiner Pfahlwurzel eigenständig nach Wasser sucht und somit den Wasserverbrauch des Betriebs senkt. Diese Pflanze ist steril und stellt daher keine invasive Art dar. Ihre Blätter sind groß und so robust, dass sie Hagel zurückhalten oder dessen zerstörerische Wirkung mindern können; zudem blockieren sie 45% der Sonneneinstrahlung. Dies ist ein bedeutender Schritt in Richtung regenerativer Landwirtschaft, da so Bäume und andere Kulturen auf demselben Feld wachsen und sich so ergänzen können.

BestpracticeFokus

Agroforstwirtschaft bezeichnet ein vielseitiges Anbausystem, das gezielt Bäume, Sträucher und landwirtschaftliche Kulturen sowie gegebenenfalls Weidetierhaltung auf derselben Fläche miteinander kombiniert. Diese Form der Landnutzung orientiert sich an natürlichen Ökosystemen und schafft funktionale Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Komponenten.

Agroforstsysteme bieten eine Vielzahl von Vorteilen: Sie stärken die Biodiversität, verbessern die Bodenstruktur, reduzieren Erosion, fördern Kohlenstoffbindung, regulieren den Wasserhaushalt und tragen zur Klimaresilienz bei. Zudem schaffen sie Lebensräume für Wildtiere, liefern nachwachsende Rohstoffe und ermöglichen eine Einkommensdiversifizierung durch zusätzliche Produkte wie Holz, Früchte oder Heilpflanzen.

Durch den gezielten Einsatz von Bäumen als aktive Elemente der Agrarlandschaft entsteht ein nachhaltiges, stabiles und regeneratives System, das auf langfristige ökologische und ökonomische Tragfähigkeit ausgerichtet ist – zum Nutzen heutiger und künftiger Generationen.

Finanzielle Aspekte bei der Umsetzungregenerativer Maßnahmen – Herausforderungen

Die Einführung von Agroforstwirtschaft erfordert eine sorgfältige Planung und die Auswahl von Baumarten, die mit bestehenden Kulturen, den lokalen Umweltbedingungen und den Betriebszielen und -möglichkeiten kompatibel sind. Ein Hindernis ist oft der Mangel an geeigneten Geräten. Heute sind sowohl Traktoren als auch Bodenbearbeitungsmaschinen für weite, offene Flächen konzipiert und daher für Felder mit der Kombination von Bäumen und anderen Kulturen oft schlecht geeignet.

Die Kosten für die Anpflanzung der Paulownien auf den 33 Hektar Land einschließlich Arbeitsaufwand belaufen sich auf etwa 20.000€.

Vorteile und Nachteile der pfluglosen Bewirtschaftung und des Zwischenfruchtanbaus

Erhöhte Bodenfruchtbarkeit: Bäume verbessern die Bodenstruktur und reduzieren Erosion, was die Bodenbiodiversität fördert.

Erhöhte Klimaresilienz: Bäume bieten Schatten und Windschutz, reduzieren die Verdunstung und verbessern das Wassermanagement.

Einkommensdiversifizierung: Die Integration von Kulturen und Bäumen ermöglicht mehr Produkte (Holz, Früchte, Futter) und damit mehr Einkommensquellen für den Betrieb.

Hohe Anfangsinvestitionen: Das Pflanzen und Bewirtschaften von Bäumen erfordert erhebliche Anfangskosten und eine langfristige Amortisation.

Komplexeres Management: Die gleichzeitige Verwaltung von Kulturen, Bäumen und Tieren erfordert spezielle Kenntnisse und mehr Arbeitszeit und Koordination.

Ressourcenkonkurrenz: Bäume und Kulturen konkurrieren ggf. um Wasser, Licht und Nährstoffe, was bei falscher Planung zu Produktivitätsverlusten führen kann.

Lerninhalte

Agroforstwirtschaft bezeichnet ein vielseitiges Anbausystem, das gezielt Bäume, Sträucher und landwirtschaftliche Kulturen sowie gegebenenfalls Weidetierhaltung auf derselben Fläche miteinander kombiniert. Diese Form der Landnutzung orientiert sich an natürlichen Ökosystemen und schafft funktionale Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Komponenten.

Agroforstsysteme bieten eine Vielzahl von Vorteilen: Sie stärken die Biodiversität, verbessern die Bodenstruktur, reduzieren Erosion, fördern Kohlenstoffbindung, regulieren den Wasserhaushalt und tragen zur Klimaresilienz bei. Zudem schaffen sie Lebensräume für Wildtiere, liefern nachwachsende Rohstoffe und ermöglichen eine Einkommensdiversifizierung durch zusätzliche Produkte wie Holz, Früchte oder Heilpflanzen.

Durch den gezielten Einsatz von Bäumen als aktive Elemente der Agrarlandschaft entsteht ein nachhaltiges, stabiles und regeneratives System, das auf langfristige ökologische und ökonomische Tragfähigkeit ausgerichtet ist – zum Nutzen heutiger und künftiger Generationen.

Bodenökologie und Pflanzeninteraktionen: Verständnis dafür, wie Bäume die Bodenfruchtbarkeit und mikrobielle Biodiversität beeinflussen.

Nachhaltiges Wassermanagement: Techniken zur Optimierung der Wassernutzung und Reduzierung der Verdunstung in Agroforstsystemen.

Kreislaufwirtschaft und Einkommensdiversifizierung: Kombination verschiedener Kulturen und Produkte zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit.

Planung und Gestaltung von Agroforstsystemen: Organisation von Bäumen, Kulturen und Tieren zur Maximierung von Produktivität und Nachhaltigkeit.

Agronomisches und phytosanitärisches Management: Anwendung von Schnitttechniken, Fruchtwechsel und biologischem Pflanzenschutz.

Praktische Kenntnisse für Pflege und Ernte: Durchführung von Baumpflege, Ernte und Bodenmanagement in komplexen Agroforstsystemen.