Tschechien

Statek Novotinky

Diese Fallstudie beschreibt die erfolgreiche großflächige Einführung regenerativer Landwirtschaftspraktiken wie No-Till und Zwischenfruchtanbau, mit Fokus auf Biodiversitätsförderung, Bodenverbesserung, Humusaufbau und Nährstoffanreicherung.

Stichwörter: No-Till, Zwischenfrüchte, Biodiversität, Erosion, Bodengesundheit, Nährstoffe, Humusgehalt, Wassermanagement, diverse Pufferzonen

Einleitung

Statek Novotinky ist ein Familienbetrieb in der Region Zentralböhmen, der sich dem Ackerbau und der Viehzucht widmet. Der Hof wurde im Jahr 1999 gegründet und beschäftigt derzeit sechs Mitarbeitende. Der Hof ist ein gutes Beispiel für Innovationen und regenerative Praktiken, denn die Böden der Region litten historisch unter Erosion und einem niedrigen Nährstoffgehalt.

Der Hof

Der Betrieb wird von Antonín Sýs gemeinsam mit seinem Sohn Petr und dessen Ehefrau Brigitte geführt. Antonín erzählt gerne die Geschichte, wie er den Standort des Hofes entdeckte – bei einem Ausritt im Jahr 1986, als er auf ein verfallenes Gehöft stieß, das abgerissen werden sollte. Nach und nach restaurierte die Familie das Gehöft und erwarb das umliegende Land – heute bewirtschaftet sie rund 1000 Hektar, auf denen Ackerbau und Viehzucht betrieben werden. Der Hof liegt auf einer Höhe von ca. 600 Metern, mit günstigen klimatischen Bedingungen – ein mildes Klima und ausreichende Feuchtigkeit.

Der Standort

Statek Novotinky befindet sich im kleinen Dorf Novotinky, das zur nahen Marktgemeinde Načeradec im Bezirk Benešov gehört. Die Lage ist im südöstlichen Teil der Region Mittelböhmen, an der Grenze zu den Regionen Südböhmen und Vysočina. Die Entfernung zur Hauptstadt Prag beträgt rund 90 Kilometer. Die Region ist typisch böhmisch und geprägt von sanften Hügeln und einem hohen Anteil landwirtschaftlicher Nutzfläche, mit vielen Sehenswürdigkeiten, die besonders Touristen aus Prag anziehen, die ein ruhiges Wochenende auf dem Land verbringen möchten.

Ziele der landwirtschaftlichen Regeneration

Von den 1000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche werden 235 Hektar für Grasland genutzt, auf dem Pferde und Rinder weiden. Auf dem übrigen Land werden Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Kartoffeln, Raps, Erbsen, Mohn und Klee angebaut. Der Hof verkauft große Mengen an Heu und Heuballen und handelt auch mit landwirtschaftlichen Maschinen.

Historisch war das Land durch niedrigen Humusgehalt, schlechte Bodenqualität, geringe Wasserspeicherfähigkeit, geringe Biodiversität und abschüssige Flächen geprägt, was zu Erosion besonders bei Starkregen führte. Der Boden wurde intensiv bearbeitet, und es war ein hoher Einsatz von Chemikalien nötig.

Diese Probleme führten dazu, dass der Betrieb beschloss, einen kompletten Richtungswechsel vorzunehmen. Statt die Symptome zu bekämpfen, wurden grundlegende neue Strategien eingeführt, um die Ursachen zu beheben.

BestpracticeFokus

Zunächst wurden Technologien zum Bodenschutz eingeführt, insbesondere die pfluglose Bewirtschaftung (No-Till) und Streifensaat direkt in den Boden. Eine weitere Innovation war die Nutzung von Zwischenfrüchten: Der Boden wird während der gesamten Saison von Pflanzen bedeckt, wodurch kontinuierliche Photosynthese möglich ist und organische Substanz im Boden aufgebaut wird. Die abschüssigen Flächen des Hofes wurden begrünt, was den Boden stabilisiert und die Wasserspeicherung verbessert, wodurch Erosion vermieden wird. Es wurden Erosionsschutzstreifen, Grasstreifen, Bäche und Teiche mit Entwässerungskanälen angelegt. Außerdem wurden Baumreihen gepflanzt und diverse Pufferzonen geschaffen.

Die Ergebnisse dieser Maßnahmen sind äußerst positiv: Die Bodengesundheit und – qualität haben sich deutlich verbessert, der Humusgehalt ist gestiegen, die Erosion wurde stark reduziert, und die Wasserspeicherfähigkeit ist gestiegen. All das führte zu einem geringeren Einsatz von Chemikalien und, am wichtigsten, zu höheren Erträgen.

Finanzielle Aspekte bei der Umsetzungregenerativer Maßnahmen – Herausforderungen

Die Umstellung erforderte umfangreiche Änderungen in der Bewirtschaftung, verbunden mit intensiven Schulungen für das gesamte Personal – darunter Workshops, Feldtagen, Fachschulungen sowie laufende Weiterbildung zu aktuellen Innovationen und Forschungsergebnissen. Zudem war eine erhebliche Investition in Spezialmaschinen notwendig. Diese Investitionen waren kostenintensiv, jedoch einmalig und währenddessen entstehen im laufenden Betrieb geringere Kosten, da der Bedarf an schwerem Maschineneinsatz und Chemikalien deutlich gesunken ist. Langfristig machen sich die Investitionen bezahlt und führen zu wirtschaftlicher Nachhaltigkeit, was zu einer geringeren Abhängigkeit von Subventionen führen kann. In der Einführungsphase sind jedoch Fördermittel für viele Landwirte entscheidend.

Vorteile und Nachteile der pfluglosen Bewirtschaftung und des Zwischenfruchtanbaus

Deutliche Verbesserung von Bodengesundheit, Nährstoffen, Humusgehalt und Biodiversität

Geringere laufende Kosten bei potenziell gleichen oder höheren Erträgen

Reduziert die Nutzung synthetischer Mittel

Sehr hohe Anfangsinvestitionen

Steile Lernkurve, fortlaufende Schulung erforderlich

Intensivere Pflege und ständige Anpassung im Vergleich zu konventionellen Methoden

Lerninhalte

Zunächst wurden Technologien zum Bodenschutz eingeführt, insbesondere die pfluglose Bewirtschaftung (No-Till) und Streifensaat direkt in den Boden. Eine weitere Innovation war die Nutzung von Zwischenfrüchten: Der Boden wird während der gesamten Saison von Pflanzen bedeckt, wodurch kontinuierliche Photosynthese möglich ist und organische Substanz im Boden aufgebaut wird. Die abschüssigen Flächen des Hofes wurden begrünt, was den Boden stabilisiert und die Wasserspeicherung verbessert, wodurch Erosion vermieden wird. Es wurden Erosionsschutzstreifen, Grasstreifen, Bäche und Teiche mit Entwässerungskanälen angelegt. Außerdem wurden Baumreihen gepflanzt und diverse Pufferzonen geschaffen.

Die Ergebnisse dieser Maßnahmen sind äußerst positiv: Die Bodengesundheit und – qualität haben sich deutlich verbessert, der Humusgehalt ist gestiegen, die Erosion wurde stark reduziert, und die Wasserspeicherfähigkeit ist gestiegen. All das führte zu einem geringeren Einsatz von Chemikalien und, am wichtigsten, zu höheren Erträgen.

Komplexe Kenntnisse über Prinzipien der regenerative Landwirtschaft um sie am spezifischen Standort anwenden zu können

Verständnis für den Boden, um optimale Pflanzkombinationen zu wählen

Fachleute können für die Planung von Wassermanagement nötig sein

Beherrschung verschiedener regenerativer Techniken

Flexibilität, um auf wechselnde Bedingungen zu reagieren

Präzise Planung, um auf (zukünftige) Entwicklungen eingehen zu können

Kontaktdaten

Adresse
Statek Novotinky – Načeradec 1, 257 65 Načeradec, Česká republika
Telefon
+420317852292